Immerhin: Wir nehmen drei weitere Satzgewinne gegen Turnierfavoriten (Schottland, Irland, Holland), in denen wir gute gespielt haben, mit. Nachfolgend ein paar Gedanken und Bemerkungen allgemein oder zu bestimmten Themen:

Real Time Live Scoring End by End:

Dies hat meines Wissens gut geklappt. Danke fürs fleissige Klicken und Daumendrücken. Die Organisation hat ja erneut auch ein Live Scoring angekündigt und gleich gemacht wir zuvor – gelegentliches Eintragen von an den Score-Boards abgelesenen Resultaten … Meine Lösung ist für die Spieler/Innen problemlos und hat sich bewährt. Meine elektronischen Einträge wurden gar verwendet für Differenzen auf Score-Karten zu bereinigen J 

Teams und Spiele:

Bunt durchmischte Teams: Ältere, „Midlifer“ und +/- Junioren sowie „Anfänger“ bis mehrfach international ausgezeichnete Champions, alle mit und ohne Coaches/Anhang/Fans. Einige Teams waren uns bereits „altbekannte“ Gesichter.

Unsere Erwartungen waren: Möglichst gut zu spielen (natürlich ;-)), den Schlussrang (wohl gegen Ungarn) abzuwenden und die einen oder anderen „Starken“ zu ärgern. Alles bewahrheitete sich. Was uns klar fehlte war die Konstanz (wir konnten sehr gut aber auch krötenschlecht spielen) – unsere Gegner spielen in der Regel 12 Monate lang, 5 Tage die Woche auf solchen Anlagen und waren, mit Ausnahme von Ungarn, entsprechend viel konstanter. Von den 8 Spielen waren unsererseits 2 „katastrophal“ und 6 ok bis gut.

Psychologie: Am Trainingstag waren uns zwei Teams negativ aufgefallen und waren nicht eben unsere „Sympathie-Träger“. Ausgerechnet gegen diese Teams, die letztendlich nur die zwei Ränge vor uns belegten, spielten wir weit weg von dem was wir eigentlich könnten und verloren hoch … L

Modus: 3 Sätze à nur 5 Ends zu spielen macht für eine Europameisterschaft immer noch keinen Sinn … Wie auch immer, 5 Ends gibt immerhin den schwächeren Teams eine Chance Sätze gegen starke Teams zu gewinnen, was wir auch machten.

„Dramaturgie“ des Turnierverlaufs: Wir starteten mit einer hohen Niederlage gegen Israel und spielten miserable. Es folgte das (gefilmte) Spiel gegen das junge Team aus Schottland, wo wir viel, viel besser spielten und einen Satz gewinnen und in einem weiteren Satz nahe dran waren. Gegen Cypern verfehlten wir einen Satzgewinn nur knapp und gegen das ebenfalls junge irische Team konnten wir uns nach zwei schlechten Sätzen noch auffangen und den dritten Satz gar gewinnen. Am nächsten Tag gegen Guernsey waren wir in zwei Sätzen nahe an einem Sieg und im nachfolgenden Spiel gegen Holland konnten wir uns auch im dritten Satz steigern und diesen noch gewinnen. Am Abschlusstag zuerst das miserable und wohl unser schlechtestes Spiel gegen Spanien (ausser Plan auch gefilmt) bevor es dann gegen Ungarn zum Kampf gegen die rote Laterne kam. Nur: Da Ungarn zuvor völlig überraschend Holland schlug und auch sonst noch Sätze gewinnen konnte, mussten wir alle drei Sätze gewinnen um den Schlussrang noch zu verhindern. Und es startete denkbar schlecht mit 5 (!) Kugeln gegen uns im ersten End. Dies konnte ja nicht sein … - wir spielten laufend besser und konnten sowohl den ersten Satz (noch) wie auch die zwei folgenden Sätze gewinnen. Ungarn (und wir) waren auch fiese Spielverderber: Das starke Team aus Holland, welches als einziges Team gegen Ungarn verlor und auch gegen uns einen Satz abgeben musste, verpasste wegen uns „Nobodies“ das Finalspiel um Gold und auch um Bronze.

Die ersten vier Ränge: 1. Irland, 2. Guernsey, 3. Cypern und 4. Schottland.

Organisation/Anlass:

Eine Mixed Pairs EM separat und alternierend mit der Team-EM macht durchaus Sinn. Mixed Pairs ist beliebt (besonders auch bei Jungen) und eine solche EM kann auch von kleineren Nationen (nur ein grosser Platz ist erforderlich) durchgeführt/organisiert werden. Warum nicht Co-Organisation/Durchführung SUI/FRA in Les Ranchisses?

Das Live Video Streaming war sicherlich ein organisatorisches Highlight. Aber sonst …: Schwaches Briefing, schwaches „Conditions of Play“ (Finalspiel-Modus wurde erst im Laufe des Bronzespiels bekannt gegeben …), kein gemeinsamer Anlass, erste Ranglisten am letzten Tag und eine Medaillenfeier etwa unserer Clubmeisterschaft entsprechend. Schade, da wäre mit wenig Aufwand mehr möglich gewesen, insbesondere da es sich um die Erstaustragung handelte, welcher namhafte Länder fernblieben.

Auch der Spielplan hätte besser sein können: Die weniger heissen frühen und späten Stunden wurden nicht genutzt, 4 (! – unser erster Tag) Spiele an einem Tag ist definitiv zu viel (was auch nicht nötig gewesen wäre).

 

Wir hatten eine tolle Zeit in Teneriffa (gutes Green, super Unterkunft nahe dem Green, tolle Freizeitmöglichkeiten, sehr preiswert) und würden jederzeit wieder gehen.

Sportlich: Die guten Momente behalten wir gerne in bester Erinnerung (warum können wir nur nicht immer so spielen? ;-)) und stellten fest, dass wir eigentlich auch gegen starke Teams nicht chancenlos wären …

In der Beilage ein Foto der Teilnehmenden (ein überschaubares Trüppchen – klein aber fein) sowie der Teams SUI & IRL (Goldmedaillengewinner-Team IRL mit Satzverlust gegen SUI).

 

Kurt & Simone